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Frag den Boss: Was macht Transformers eigentlich lebendig?

Wenn ein Zahnrad und ein Hebel sich ganz, ganz lieb haben…

 Jeder Fan der Transformers weiß: sie sind nicht nur einfach seelenlose Roboter, sie sind lebendige Wesen mit eigenem Charakter, Stärken und Schwächen, und irgendwann sterben sie auch mal. Aber wie genau kann man sich das eigentlich vorstellen? Was unterscheidet einen Transformer von einem stinknormalen Roomba? Die Antwort darauf ist eher kompliziert und hat sich über die Jahre hinweg auch immer wieder mal geändert. Anfangs war es recht simpel. Die Transformer waren Roboter. Lebendig, klar, aber trotzdem einfach nur Roboter, ursprünglich entstanden aus „natürlich vorkommenden Zahnrädern, Flaschenzügen und Hebeln“ (Originalzitat aus Marvel Comics The Transformers #1 von 1984). Sie wurden zusammengeschraubt, angeschaltet, und damit war’s auch gut. Und wenn sie mal in Stücke geschossen wurden, kein Ding, wir schweißen sie einfach wieder zusammen. So wurden z.B. die Dinobots im G1 Cartoon einfach mal eben so gebaut und waren dann lebendige Autobots wie alle anderen auch (wenn vielleicht auch etwas dümmer). 

Exposition Mode!

Die Transformers Marvel Comics waren die ersten, die etwas mehr Hintergrund in die Sache brachten. Als Shockwave mit Jetfire einen neuen Transformer baute, war dieser zuerst mal einfach nur ein lebloser, ferngesteuerter Kasten Metall. Shockwave machte sich dann aber die Creation Matrix zunutze (nicht zu verwechseln mit der Matrix of Leadership, die kam erst später). Dieses Programm, eingespeichert in Optimus Prime, erlaubte dem Träger neue, lebendige Transformers zu erschaffen. So erwachten in den Comics u.a. die Constructicons, Jetfire, die Stunticons und die Aerialbots zum Leben. 

Nicht direkt rein schauen, Prime!

Im Cartoon kochte man sich stattdessen sein eigenes Süppchen. In der zweiten Staffel trat der Supercomputer Vector Sigma auf den Plan, das Herzstück von Cybertron, und plötzlich war es nur noch dieser Computer, der neuen Transformers Leben schenken konnte. Dass man damit die Erschaffung der Dinobots ad absurdum geführt hatte, wurde nicht weiter erwähnt. Und in der dritten Staffel wurde diese Version noch ausgebaut, als die Quintessons als Erschaffer der Transformers etabliert wurden. Jetzt hieß es, die Transformers wären am Anfang ganz normale Roboter gewesen, bis die Quintessons sie über Schaltkreis-Implantate mit Emotionen ausgestattet hatten. 

Ende der 80er etablierte Simon Furman in den Comics die (mehr oder weniger) definitive Ursprungsgeschichte der Transformers als Abkömmlinge des Gottes Primus, ewig im Zwist mit seinem bösen Gegenstück Unicron. Geboren aus dem lebenden Metall ihres Heimatplaneten waren die Transformers nun endgültig als lebendige Wesen etabliert, inklusive Religion und göttlichem Ursprung. Während des Generation 2 Comics von Marvel was sogar mal kurzzeitig davon die Rede, dass sich die Transformers durch Mitose, also Zellteilung, fortpflanzen würden, aber diese Version wurde zum Glück nach dem Ende des Comics sehr rasch wieder fallengelassen. 

Guck, Mama! Ein Leuchtkäfer!

Es sollte noch bis ins Jahr 1996 und der Beast Wars TV Serie dauern, bis zum allerersten Mal der „Spark“ Einzug in die Transformers Mythologie fand, also der göttliche Funke, der die Roboter zu Lebewesen machte. Davor gab es diverse verschiedene Varianten, z.B. den „Lasercore“ im Cartoon oder das „Brain Module“ im Comic, aber ab Beast Wars war dann der Spark fest etabliert als Herz und Seele jedes Transformer.  Natürlich gab es danach trotzdem diverse verschiedene Varianten, vor allem was die Herkunft jener Sparks anging. In Beast Machines wurde etabliert, dass alle Sparks Teil eines Ganzen sind (eben jener Allspark), und dass nach dem Tod jeder Spark dorthin zurückkehrt. Was dem Spruch „Until all are One“ / „Bis alle eins sind“ eine neue Note gab.

Quadratisch, praktisch, gut.

In den Live-Action Filmen erhielten die Transformers ihre Sparks durch den Allspark Würfel, ebenso im Animated Cartoon (auch wenn es dort kein Würfel war). In den Comics und der Aligned Continuity wurden die 13 Primes etabliert, die Vorfahren aller Transformers, und dass z.B. alle weiblich aussehenden Transformers von Solus Prime, der Schlumpfine unter den Primes, abstammten. 

Papa?

Somit unterm Strich: von anfänglich ganz stinknormalen Robotern, die irgendwann einfach mal lebendig wurden, sind wir inzwischen bei einer sich immer wieder wandelnden, komplexen Mythologie angekommen. Sind die Transformers lebendig, weil ihnen Primus den göttlichen Lebensfunken einhaucht? Oder weil die Quintessons sie einfach so gut gebaut haben? Steckt die Seele eines TF in seinem Lasercore, seinem Gehirnmodul oder im Spark selbst? Sind weiblich aussehende TFs einfach eine Designer-Laune oder göttliche Fügung? Wie kaputt muss ein TF genau sein, um wirklich als tot zu gelten? Die einfache Antwort ist: sucht es euch aus. Welche Variante ihr auch bevorzugt, ihr findet mit Sicherheit irgendein Comic, eine Cartoon Episode, oder ein begleitendes Buch aus fast 40 Jahren TF Geschichte, welches eure These belegt. Aber mal ehrlich, ist es bei uns Menschen denn anders? Primaten? Adam und Eva? Gestrandete Außerirdische? Reinkarnation? Also, sucht es euch aus! Bis zum nächsten Mal.